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Porzellan - 300 Jahre weißes Gold aus Dresden (Seite 2 von 3)

Vor 300 Jahren träumte der sächsische Kurfürst August der Starke von unermesslichen Schätzen, von Diamanten, Silber und Gold. Doch Augusts Gold war weiß, fast durchsichtig und mit feinem Dekor bemalt.

Europas erstes Porzellan

Hier in der Tiefe der Festungsanlage besuchte August der Starke das Labor. Böttger führte den ersten erfolgreichen Probebrand vom 15. Januar 1708 aus weißem Porzellan vor. Noch im gleichen Jahr gründete Böttger die erste sächsischen Fayancefabrik in der Hauptstraße in Dresden-Neustadt. Dort perfektionierte er seine Versuche; 1709 stellte er seine Erfindung offiziell vor.

Am 23. Januar 1710 teilte August der Starke der Welt in vier Sprachen, deutsch, französisch, niederländisch und italienisch, mit, dass er in Dresden eine Porzellanmanufaktur gegründet habe.
Doch wie sollte August das Geheimnis von der schon damals beliebten Wirtschaftsspionage schützen? Ein Ort musste gefunden werden, groß genug, um die Manufaktur und Wohnungen der zukünftigen Angestellten aufzunehmen und sicher genug, dass niemand ohne Erlaubnis ein- und ausgehen konnte. Man fand diesen Ort noch im gleichen Jahr 1710 in der Albrechtsburg im nahegelegenen Meißen. Somit nennt sich das Meißner zu Recht „Europas erstes Porzellan".

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Lange hielt das Monopol allerdings nicht: Ehemalige Mitarbeiter machten ihr Wissen zu Geld. Und schnell schossen die Porzellanmanufakturen in ganz Europa wie Pilze aus dem Boden.
Die ersten Stücke waren ganz den asiatischen Vorbildern verpflichtet. Viele Dresdner Bildhauer we Johann Joachim Kaendler versuchten sich an dem neuen Material. Bereits 1710 wurde das weiße Porzellan auf der Leipziger Messe verkauft.

Und was tat August mit dem Erlös? Natürlich kaufte er Porzellan. Denn 1717 beschloss der Sachsenherrscher, das heutige „Japanische Palais" in ein Porzellanschloss umzuwandeln. Das Geld für dieses riesige Unterfangen reichte kaum. August verkaufte gar 600 seiner besten Soldaten an seinen preußischen Konkurrenten Friedrich Wilhelm I., der daraus sein Dragonerregiment formierte. Im Gegenzug erhielt der Sachsenherrscher 151 ostasiatische Porzellane. Die größten Stücke, gefertigt zwischen 1662 und 1722 in China, zieren heute als „Dragonervasen" die Dresdner Porzellansammlung.

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