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Die Moselschleife bei Klüsserath und Köwerich; Copyright Mosellandtouristik GmbH

Moselland - Von Römern und Reben

Römer, Wein und Burgenromantik: Die Region rund um die Mosel zählt zu den beliebtesten Urlaubsgebieten des Landes. Sehnsucht Deutschland weiß warum.

Vinum mosellanum est omni tempore sanum

Moselradweg. Copyright Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/D. Ketz

Moselradweg. Copyright Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/D. Ketz

Wer dort radelt, wandert oder elegisch mit dem Schiff die Gegend erkundet, entdeckt neben Burgen und altehrwürdigen Städten viele zauberhafte Winzerdörfer, in denen er liebevoll bewirtet und stets mit einem guten Tropfen empfangen wird. Denn laut dem großen Gelehrten der Renaissance, Nikolaus von Kues, hat „der liebe Gott nicht gewollt, dass edler Wein verderben sollt. Drum hat er uns nicht nur die Reben, nein, auch den nöt'gen Durst gegeben.“ Aber eins nach dem anderen.

Die Radler auf dem Mosel-Radwanderweg in Richtung Neumagen-Dhron staunen nicht schlecht beim Anblick des römischen Schiffs, das unter dem kräftigen Ruderschlag braun gebrannter Athletenarme den Strom abwärts gleitet. „Na da schau her“, ruft ein gestandener Herr aus Bayern und schiebt seinen Helm tief in den Nacken. „San's die Römer wieder unter uns!“

Moselland

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Die Stella Noviomagi, eine dem antiken, bei Noviomagus gefundenen Weinschiff nachgebaute Galeere, lädt seit Kurzem Touristen zu einer Flussfahrt mit kleiner Weinverkostung ein.

„Wenn die Ruderer nicht verfügbar sind“, erklärt der bärtige Kapitän, „wird der Motor angeworfen.“ 90 Minuten dauert die Fahrt auf der Strecke Trittenheim, Piesport und Minheim, vorbei an grünen Weinhängen und zauberhaften Städtchen mit schönen Kirchen und alten Fachwerkhäusern.

Während Neumagen sich stolz als Deutschlands ältester Weinort präsentiert, prunkt das benachbarte Piesport nicht nur mit einem ganz besonderen Gewächs, dem „Piesporter Goldtröpfchen“, sondern ruft alljährlich im Herbst zur Teilnahme an dem inzwischen weltberühmten römischen Kelterfest. Da werden die Trauben buchstäblich mit Füßen getreten, wie es früher Brauch war.

In den Bottichen tummeln sich in römische Tuniken und Togen gewandete Menschen, die nach der Kelter an langen Tischen zu Speis und Gesang zusammenkommen. Aus Hunderten von Kehlen schallt das alte Studentenlied Gaudeamus igitur in die Nacht hinaus.

Weinselig geht es weiter an den Ufern der Mosel gen Trittenheim. Der bekannteste Wein, das Trittenheimer Altärchen, macht schon durch ein riesiges Schild am Rebenhang auf sich aufmerksam. Sehenswert in diesem romantischen Ort sind die Pfarrkirche St. Clemens aus dem 18. Jahrhundert und die mitten in den Weinbergen gelegene St. Laurentiuskapelle.

Auch Kobern-Gondorf trifft so ganz das Herz von Romantikern. Der Besichtigung des Marktplatzes mit dem sprudelnden Tatzelwurmbrunnen schließt sich ein Spaziergang durch blühende Weingärten zur frühgotischen Matthiaskapelle an.

Die Route führt weiter über Hatzenport nach Moselkern an der Mündung des Eltzbachs. Schon aus der Ferne grüßen die Türme, Giebel, Zinnen und Erker der auf einem Bergsporn gelegenen Burg Eltz. Und gleich gegenüber thront Burg Trutzeltz.

Ubi bene – ibi patria! Alle Orte, an denen die Römer angenehme Lebensbedingungen vorfanden, erklärten sie kurzerhand zu ihrem Vaterland. So fiel es ihnen auch nicht schwer, sich im milden Klima des lieblichen Moseltals niederzulassen. Und als um das Jahr 300 n. Chr. der Soldatenkaiser Probus hier die ersten Reben anpflanzen ließ, schlug die Stunde der Moselweine.

„Ein Prosit auf die Römer, die unsere Region in einen Weingarten verwandelten“, freut sich eine Winzerin, die gerade die Reben an ihrem steilen Weinhang schneidet. „Wenn wir noch etwas mehr Sonne bekommen, wird mein Riesling wieder ein Jahrgangswein.“

In Bernkastel-Kues brummt es schon am Vormittag. Auf dem Marktplatz klicken die Kameras, klingen die Gläser auf den Terrassen der Gasthäuser. In den engen Gassen dieses wohl berühmtesten Moselstädtchens drängen sich dicht an dicht schöne, vom Alter verzogene Fachwerkhäuser.

Hauptattraktion ist das Spitzhäuschen mit dem Weinkeller aus Schiefergestein und dem Dachspeicher. Kultstatus genießen die Bernkasteler Badstube und der Kueser Kardinalsberg.

Aber welcher Tropfen kann schon mit dem Bernkasteler Doctor mithalten, den gerade der wie ein Arzt aus der Renaissance mit spanischer Halskrause und hohem Doktorhut ausstaffierte Mann am munter plätschernden Brunnen ausschenkt.

Jürgen Kettern, ein alteingesessener Bürger, der die Stadtgeschichte kennt wie kein anderer, hat seit Kurzem die Rolle des Doktors übernommen, der – wie die Legende berichtet – weiland den todkranken Regenten mit dem am nahen, von der Sonne verwöhnten Hang gedeihenden Wein heilte.

Der Rundgang mit dem leutseligen Mann durch lärmende Gassen und verschwiegene Innenhöfe ist ebenso amüsant wie informativ.

Unsere nächste Station ist Traben-Trarbach, einst Welthauptstadt des Rieslings, der Ende des 19. Jahrhunderts noch höher gehandelt wurde als der Bordeaux. Dieser kleine, aber feine Ort besticht zu beiden Seiten der Mosel durch seine Mischung aus rustikalem Fachwerk und eleganten Jugendstilbauten.

Besondere Beachtung verdient die edle Fassade des Romantikhotels Bellevue, dessen Erkerturm einer stilisierten Sektflasche gleicht.

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