An der Nordseeküste zwischen der Seestadt Bremerhaven und dem Nordseeheilbad Cuxhaven erstreckt sich das „Wurster Land“. Ein Reisebericht von "Sehnsucht Deutschland"-Leser Nikolaus Philippi.
Wurten statt Wurst
Um es vorweg zu nehmen: Diese Gegend ist nicht das Land der buchstäblichen Würste. Der Name hat nichts mit Fleischerzeugnissen zu tun, vielmehr leitet sich die Bezeichnung „Wurster Land“ von den künstlich durch Menschenhand geschaffenen Erdhügeln, den Wurten, ab.
Auf diesen Hügeln bauten die Bewohner einst ihre Häuser, denn von diesen erhöhten Standorten sollten sie besser eventuellen Sturmfluten trotzen. Ungehindert konnte das Wasser einströmen, denn flach war das Land. Erst der Deichbau gebot den Wassermassen Einhalt, bis dahin war es ein allzu leichter Spielball der Naturgewalten.
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Das Wurster Land wird auch als symbolisches Tor zum Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ bezeichnet. Erste Informationen über die vielfältigen Lebensbereiche des Wattenmeeres erfährt man im Nationalpark–Center in Dorum. Man hört, dass die Wurster die ersten waren, die sich erfolgreich bemüht hatten, die niedersächsische Küste unter Naturschutz zu stellen. Die Bedeutung des Wattengebietes für Pflanzen, Tiere, aber auch für den Menschen, wird nahe gebracht. Gefährdung und Schutzbemühungen sind ein wichtiger weiterer Faktor.
Bei einer naturkundlich geführten Wattwanderung erfahren die Teilnehmer, was hier auf dem Wattboden für ein artenreiches Leben herrscht: Muscheln, Würmer, Krebse und Wattschnecken. Über eine Million auf einem Quadratmeter. Unglaublich, und doch ist es Tatsache. Ein Leben, von dem nichts zu sehen ist, wenn bei Flut der Wattboden vom Wasser bedeckt wird. Ähnlich sieht es in dem angrenzenden Salzwiesen-Biotop mit den Pflanzen aus.
Der immer wiederkehrende Wechsel von Ebbe und Flut bestimmt nicht nur die Zeit der Wattwanderungen, sondern auch die Badezeiten in der Nordsee. Das kühle Nass erfrischt an heißen Sommertagen, zwischendurch kann man in der Sonne liegen und sich die Seeluft um die Nase wehen lassen. Ein vollendetes Nichtstun, wie es gelegentlich zu einem Erholungsurlaub passt. Vielleicht träumt man den großen Ozeanschiffen hinterher, die am Horizont langsam entschwinden. Breite Grünstrände vor den Deichen laden zu Erholung und Ruhe ein.
Bei soviel Wasser und Meer braucht sich der Urlauber nicht nur passiv zu verhalten, er kann und soll aktiv werden. Es besteht zu den bereits genannten Möglichkeiten die Kunst des Surfens zu erlernen, einen Segelschein zu erwerben oder an Hochsee-Angelfahrten teilzunehmen. Auch Krabbenkutter nehmen gerne Passagiere mit.
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