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Sehnsucht Deutschland - Film

Kurztrip - Lüneburg

Die Stadt an der Ilmenau, die ihren einstigen Reichtum einer wilden Sau verdankt. Prachtvoll, mittelalterlich, wie aus dem Bilderbuch. Und manchmal, abends auf dem Stint, auch heute wieder ziemlich wild!

Text: Simone Rickert

Schwein gehabt!

Wo viel Wasser ist, muss auch ein Türmchen hin!

Wo viel Wasser ist, muss auch ein Türmchen hin!

Die Stadt ist klein, man kann alles zu Fuß machen – muss man aber nicht! Müde des Pflastertretens, lassen wir uns zu Kutscherin Jahne und Jutta in die Pferdekutsche fallen. Die Historikerin Dr. Jutta Solcher kennt hier nicht nur jeden (gut aussehenden) Eisverkäufer mit Namen, sondern kann von der Hansestadt so derb frei nach Schnauze erzählen, dass wir aus dem Lachen nicht mehr rauskommen. Was ist nun mit der wilden Sau? Vor 1.000 Jahren erlegten Jäger das arme Tier. Wie es der Sauen Eigenart ist, hatte sie sich grad noch ausgiebig in einem Tümpel gesuhlt. Die Männer staunten nicht schlecht: ein weißes Schwein? Kein Wunder, aber fast: das borstige Fell voller kostbarstem Salz. Die Sau hatte ihnen die ergiebige Saline gezeigt, von der die Stadt über Jahrhunderte zehrte. Zum Dank, als Trophäe oder wie auch immer … ihr Knochen wird bis heute im Rathaus ausgestellt. erlebnis-kutschfahrten.de

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ERLEBEN

RATHAUS UND ALTER KRAN

Stadtführung – boah, wie langweilig? Nee, hier echt nicht. Im Rathaus staunt man über die kostbaren Räume. In der mittelalterlichen Ratsstube haben sich die reichen Bürgerschon damals eine Fußbodenheizung einbauen lassen! Der „Alte Kran“ von 1797 hob Salz und Brennholz und einmal sogar eine komplette Dampflock an Land. Damit läutete er aber auch das Ende der Binnenschifffahrt ein. Die Zeiten ändern sich, immer. Stadtführungen: www.lueneburg.info

SALZ UND SÜLFMEISTER

Wo bis 1980 noch eine Saline war, befindet sich heute das Deutsche Salzmuseum. Hier sieht man, wie das weiße Gold die Hansestadt reich machte: Sülfmeisterstraße 1 www.salzmuseum.de

Und das wird bis heute gut gefeiert: bei den Sülfmeistertagen vom 2. bis 4. Oktober 2015: www.suelfmeistertage.de

MONDBASIS

Extraterrestrisch modern – zwischen all den alten Steinen: Die coole Galerie zeigt spannende Zeitgenossen und Events, das Barcafé ist Lüneburgs Künstler-Treffpunkt. mondbasis.co

PRALÜNE ZUM MITBRINGEN

Was hat die Wildsau mit der Praline zu tun? Lesen Sie im Kasten rechts. Probieren Sie im Schokoladencafé von Dörte Barisch. Torten, Pralinen, Trüffel, alles von liebevoller Handgemacht. Und bringen Sie die Schokoladegewordene Hommage an die Geschichte vom Salz den Daheimgebliebenen mit. www.schokopraline.de

ESSEN

AM STINTMARKT

Lüneburg wirbt ja mit der zweithöchsten Kneipendichte Europas (nach Madrid). Auf den Stint gehen heißt hier: abends ausgehen, wobei man noch gar nicht recht weiß, wohin. Die kurze Straße an der Ilmenau hat ein Café am nächsten Restaurant, nur unterbrochen von Bars, zu bieten. Besonders nett ist „Das Kleine“, sogenannt nachdem typischen Hafenarbeiter-Gedeck zum Schichtende: Matjes plus Lütt (Bier) un Lütt (Schnaps). das-kleine-restaurant.com

CAPITOL

Von Pizza bis Schnitzel für alle was dabei. Deshalb beliebter Treffpunkt. Die Hauptrolle jedoch spielt die Location: Früher war hier das schönste Kino der Stadt. Wo noch heute der dicke rote Vorhang zum Boden hängt, befand sich einst die große Leinwand. www.capitol-lueneburg.de

ZUM ALTEN BRAUHAUS

Echt alt: 1505 erstmals als solches erwähnt, seitdem gibt’s hier ununterbrochen Bier. Auch heute eigens gebraut. Dazu Deftiges, fein zubereitet, wie Haxe vom Salzwiesenlamm oder Heidschnuckenragout. www.brauhaus-lueneburg.de

ANNAS CAFÉ

Sympathisch und retro: liebe Bedienung, zusammengewürfeltes Porzellan, voller Studenten. Ein gutes Zeichen, wie sich zeigt: Hier kann man gemütlich einen halben Tag mit Plaudern, Frühstücken (Wildschein-Schinken!) und Torte essen verbringen. www.annas-cafe.de

SCHLAFEN

EINZIGARTIG

So nennt sich das Hotel selbst. Ist aber auch unser Urteil! Moderne Kunst und formschöne Einrichtungs-Klassiker in einem kleinen vierstöckigen Haus, das sich 1579 ein wohlhabender Braumeister an dieser Stelle bauen ließ. Das kleine Hotel im Wasserviertel beherbergt heute in 16 hübschen Zimmern glückliche Gäste. Wer weiß, was hier in 450 Jahren so los ist. DZ ab 142 Euro/Nacht. www.hoteleinzigartig.de

BERGSTRÖM

Wassermühlen, ein Wasserturm und Speichergebäude aus dem Mittelalter sind locker um den alten Stadthafen herum verteilt und gehören allesamt zum Hotel. Entsprechend individuell sind die Zimmer. Bezaubernd auch das kleine SPA-Häuschen auf der Mühleninsel mitten in der Ilmenau. DZ ab 149 Euro/Nacht. Super Frühstück, 15 Euro! Bei der Lüner Mühle. www.bergstroem.de

Lüneburg Marketing GmbH Lüneburg Marketing GmbH Lüneburg Marketing GmbH Hotel Bergström

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