Seit der Kormoran in Konkurrenz zu Anglern und Fischern stand, wurde er weitestgehend ausgerottet. Als Vogel des Jahres soll dem exzellenten Taucher nun neue Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Mehr Akzeptanz für den urtümlichen Fischfresser
Der Kormoran - ein großer Fischjäger; Foto: NABU/F. Möllers
Jahrzehntelang war der Kormoran (Phalacrocorax carbo) aus Deutschland so gut wie verschwunden - das Ergebnis intensiver Verfolgung durch Fischer und Angler. Erst nach konsequentem Schutz durch die EG-Vogelschutzrichtlinie (1979) leben in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren stabilisiert.
Der Kormoran, dessen grüne Augen an Edelsteine erinnern, ist ein Meistertaucher. Bis zu 90 Sekunden lang und 30 Meter tief kann er tauchen. Sein mit Wasser vollgesogenes Gefieder lässt er von Wind und Sonne trocknen - ein einzigartiges Verhalten in der Vogelwelt. Dazu breitet er die Flügel in der charakteristischen Haltung auf einem Ruheplatz aus. Abgesehen von Südamerika ist der Kormoran in allen Erdteilen zu Hause.
-- Anzeige --
Die 80 bis 100 Zentimeter großen und zwischen zwei bis drei Kilo schweren Vögel fangen bevorzugt Fische, die sie ohne großen Aufwand erbeuten können - sie sind Nahrungsopportunisten. Darum stehen vor allem häufige und wirtschaftlich unbedeutende „Weißfische“ wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische auf ihrem Speiseplan, die besonders in nährstoffreichen Gewässern in großen Mengen vorkommen. „Edelfische“ wie Felchen oder Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus.
Kormorane vernichten keine natürlichen Fischbestände und gefährden langfristig auch keine Fischarten. Vielmehr kommt es darauf an, sich für die ökologische Verbesserung unserer Gewässer einzusetzen - damit alle Fische und Wasservögel Raum zum Leben haben“, so Sothmann. Aus Sicht von NABU und LBV sollten fischfressende Vogelarten wie der Kormoran als natürlicher Bestandteil unserer Gewässerökosysteme akzeptiert werden.
Weitere interessante Artikel
Fossiliengoldschatz: Grube Messel - UNESCO Weltnaturerbe seit 1995
Als eine der reichsten und mit über 40.000 Funden eine der ergiebigsten Säugetier-Fossillagerstätten der Welt, ist die hessische Grube Messel in der Nähe von Darmstadt ein einzigartiges Dokument eines Zeitalters mit dramatischen Veränderungen der Biosphäre. Welterbe Deutschland!
Traumpanoramen - Asisi Panometer in Dresden & Leipzig
Ein Museumsbesuch ist heutzutage nicht mehr nur das blosse Betrachten von kostbaren Exponaten. Die neue Generation von Ausstellungshäusern heisst Science-Center. Hands-on-Museen oder zu Deutsch Mitmachmuseen. Die Panometer von Yadegar Asisi in Dresden und Leipzig sind solche Traumwelten.
10 Fragen für Norbert Rosing
Sehnsucht Deutschland stellte 10 Fragen an den Naturfotografen und Eisbärfreund Norbert Rosing, dessen aktueller Bildband "Wildes Deutschland" herrliche Bilder aus den 121 Nationalen Naturlandschaften Deutschlands zeigt.
Sparen bei der Reisevorbereitung
Tagesausflug, Kurztrip oder Urlaubsreise? Der Spaß beginnt mit den Vorbereitungen. Egal ob Wanderstiefel, Theaterkarten oder Reisetasche, Sehnsucht Deutschland hat den richtigen Tipp für Schnäppchenjäger.
Das Wein-ABC Teil 1 von A - F
Wohl kaum ein Getränk beflügelt die Phantasie so wie ein guter Wein. Dass jeder ein Kenner von edlen Tropfen werden kann, lesen Sie im ersten Teil unseres Wein - ABC von A wie aha-Effekt bis F wie Feinschmecker.