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Sehnsucht Deutschland - Film

Road Trip durch den Mecklenburgischen Indian Summer

Mecklenburg - das „Land der Seen und Wälder“. Prächtige Alleen aus starken Eichen oder Kastanien sind das wohl schönste Merkmal der behutsam durch Menschenhand geformten Kulturlandschaft. Weite Felder, schützende Hecken, feuchte Wiesen, auf denen die Pferde im Herbst den Kranichen Platz machen, die auf Ihrer Reise in den Süden hier zu abertausenden Rast machen. Die Schatten werden länger, die Blätter leuchten golden und wir genießen das alles bei einem langen Road Trip durch den Mecklenburgischen Indian Summer.

Text: SD Redaktion (Simone Rickert) / mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern

Fotos: ©Frank Krems

Die schönsten Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern

©Frank Krems

Herbstliche Impressionen in Mecklenburg-Vorpommern

Gutshaus Ludorf an der Müritz

Es steht auf einer Halbinsel, umgeben von Wasser, Schilf und Wald: eines der ältesten noch erhaltenen Gutshäuser in Mecklenburg. 1698 durch die Familie von Knuth errichtet am südwestlichen Ufer der Müritz, Norddeutschlands größtem Binnensee. Die Lage ist einzigartig, der Aufenthalt hier ein Erlebnis wie zu alten Zeiten, angereichert mit modernem Komfort, der sich ganz harmonisch ins Bild fügt. Das Haus ist immerhin über 300 Jahre alt und hat sich gut gehalten. Bei der Restaurierung gab es, wie bei eigentlich allen ähnlichen Bauvorhaben, zahllose Überraschungen. Durchaus auch positive – hier die Freilegung einer sagenhaft schönen Deckenmalerei auf den dicken Balken des Jagdsaales. Überhaupt sind die Wieder-Entdecker dieser Herrenhäuser, die sich mit einer gehörigen Portion Mut in die Renovierung der allesamt baufälligen Gebäude gestürzt haben, die wahren Helden dieser Landschaft. Ritter, Äbte und Großgrundbesitzer mögen diese Häuser erbaut haben - dass wir sie heute noch betreten können, ist allein der Verdienst der tapferen Bauherren, die ihnen unter Auferbringung von viel Geld, Zeit und Liebe ihre Würde zurückgaben. Manfred Achtenhagen, seit 1998 Gutsherr auf Ludorf, erzählt seine Geschichte als hätte sie ihm gar nicht anders passieren können. In der DDR aufgewachsen, floh er in den 70er Jahren allein mit einem Segelboot über die Ostsee. Nach einem erfolgreichen Berufsleben in der Musikbranche in Hamburg zog es ihn doch wieder in die mecklenburgische Ruhe zurück. Er machte zusammen mit seiner Frau aus dem Gut ein Hotel mit 27 Zimmern und einem gemütlichen Restaurant, genannt der „Morizaner“, nach den slawischstämmigen ersten Siedlern an der Müritz.

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Landwirtschaft im Kräutergarten

Im 18. Jahrhundert betrieb die Familie von Knuth hier mit knapp 4.000 Hektar das mit Abstand größte Gut in der Müritzregion.
16 Vier-Spänner fuhren morgens auf die Ludorfer Felder, nachdem die große Glocke am Haus die Arbeiter zusammengerufen hatte. Die landwirtschaftliche Tradition wird fortgesetzt im Hausgarten, wo Kapuzinerkresse üppig blüht, die wir am Abend als feines Süppchen serviert bekommen. Und Ostseelachs mit Erbsensprossen, Safrangurkengemüse mit Dill. Die Küche knüpft bewusst an die Tradition der Selbstversorger auf Ludorf an und ist Mitglied der wunderbaren Slowfood-Bewegung.
Die wahrhaft besondere Kirche gleich neben dem Gutshaus ist mit ihrem oktogonalen Grundriss architektonisch angelehnt an das Heilige Grab in Jerusalem, urkundlich erwähnt zur Weihe 1346, angelegt bestimmt schon 200 Jahre früher, als der Ritter Wipert Morin heimkehrte von seinem Kreuzzug im Heiligen Land.

Am Abend machen wir noch einen Ausflug an den See. Darüber steht ein Vollmond, wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann. Würdig, ruhig, die Nacht auf dem Gut verklingt in absoluter Stille. Am Morgen kommt Leben in die Lüfte: Kraniche rufen zum Aufbruch Richtung Süden, Krähen verteidigen meckernd ihr Stammrevier, ein Hahn kräht dazwischen, auf dem Feld hinterm Haus. Am Ententeich ist der schönste Platz, um den Tag zu beginnen. Sich aufs kräftige Frühstück zu freuen. Danach können wir uns noch nicht losreißen und nehmen einen weiteren Kaffee auf der Veranda der Bibliothek im ersten Stock, wo die Sonne ihre warmen Strahlen nur für uns hinschickt.

DZ ab 98 Euro.

Romantik Hotel Gutshaus Ludorf
Rondell 7
17207 Ludorf / Müritz

Telefon: 039931/84 00
gutshaus-ludorf.de



Gutshaus Lexow bei Malchow

Hier geht es freundschaftlich und familiär zu. Nicht so herrschaftlich wie in anderen Häusern, weil auch nie hohe Herrschaften das Gut betrieben haben. Wer einen entspannten Urlaub in einem Mix aus modernem Design und altem Charme verbringen will, der ist hier richtig. Lockere Atmosphäre, ein Haufen Kinder springt hinterm Haus auf dem Trampolin herum. Die Besitzerin Bettina Buschow macht uns Tee und Kaffe im gemütlichen Café & Deli des Hauses, den nehmen wir mit auf einen Rundgang. Seit seiner Entstehung war das schlichte Haus für die Dorfbewohner das Zentrum, zu DDR-Zeiten war hier der Konsum, die Schule, das Büro des Bürgermeisters. Die Lexower, es sind noch zirka 170 in dem kleinen Dorf, gehen ausgesprochen gern Tanzen, so wurde das Gutshaus in den 80er Jahren auch zum Festsaal, in dem gut besuchte Tanzveranstaltungen stattfanden – 200 Leute auf 40 Stühle, man kann es sich lebhaft vorstellen. Eine fröhliche Dorfgemeinschaft. Auch seit es ein Ferienhaus ist, sind die Nachbarn immer willkommen, das Osterfeuer ist ein Fest für alle. Das ist den Hamburger Neu-Besitzern wichtig, und man spürt die Gastfreundschaft hier allerorten. Liebevoll in allem - der Auswahl der Möbel, des frisch gemahlenen Kaffees, der Weine auf der Abendkarte und der Tischtennisplatte im Garten.

Schlicht, quadratisch und schön

Spät, erst 1874, wurde das Gutshaus in Lexow errichtet. Die Dorfkirche und die Verbindung zum Kloster Dobbertin sind 600 Jahre älter. Das Gutshaus dieser Klosterländereien ist im Vergleich zu anderen klein, denn es wurde an seinen Bewirtschafter nur verpachtet. Der hatte damit gut ausgesorgt und ein feines Leben, musste nicht aufwendig repräsentieren und hatte auch keine Töchter, die es zu verheiraten galt. Deshalb ist es schlicht, quadratisch und schnörkellos schön. Schon damals geradezu modern, mit seinen großen Fenstern, die heute viel Sonnenschein hereinlassen. In den großzügigen Zimmern stehen Designer-Sofas auf altem Parkett und Schachbrettfliesen im Treppenhaus heißen Menschen in Gummistiefeln ebenso wie in Budapestern willkommen. Eines der Appartements ist so groß, dass bis acht Personen sich hier ausbreiten können, lange Tafel in voll ausgestatteter Küche inklusive. Aber auch das kleinste Zimmer, im Bed & Breakfast-Stil zu bewohnen, ist so schnuckelig, man möchte sofort das eigene Haus in diesem modernen Gutsherrenstil einrichten. Im Bistro gibt es Abendbrot für alle Gäste, sie sitzen gemütlich zusammen wie in einem Wirtshaus, in dem alle seit Ewigkeiten Stammgäste sind.

DZ ab 80 Euro.
Das ganze Haus für 24 Personen ab 450 Euro.

Gutshaus Lexow
Dorfstraße 29 - 30
17209 Walow OT Lexow

Telefon: 040/42 91 33 60
gutshaus-lexow.de



Gutshaus Stolpe bei Anklam

Das prachtvolle Gutshaus liegt an der Peene, Europas einzigem unverbauten Fluss. Eine Abenteuerlandschaft, wundervolles Naturschutzgebiet: Seeadler, Graugänse, Reiher, Biber - die Tiere der Region schätzen die Ruhe, ebenso wie die Hausgäste. Auf Stolpe genießt man sie mit allem erdenklichen Komfort. Kurt Stürken, zweitjüngster Sohn der ehemaligen Besitzer, kaufte sich 1994 sein Stückchen Heimat zurück, wo er schon die ersten Jahre seines Lebens verbracht hatte. Gutshaus, Pferde- und Rinderstall, Scheune, alles wurde komplett restauriert und ist heute sowohl wieder Familiensitz als auch weltoffenes Gasthaus. Genuss und Kultur locken freie Geister, weltklasse Musiker spielen bei Konzerten auf. Und jedes Jahr zum Advent wird „Lüttenweihnacht“ gelesen und gefeiert, Hans Falladas rührende Geschichte um einen geklauten Weihnachtsbaum, schnatternde Gänse und alle guten Gaben für die Tiere. Schon allein dafür kommen die Gäste immer wieder. Wir stöbern ein bisschen durch die Bücher-Sammlung im Kaminzimmer.

Niederdeutsches Dichterglück

Einen höchst sympathischen Dauergast hat Stolpe schon lange. Seit 150 Jahren ist er nicht wegzudenken – der gute Geist des alten Fritz: nein, nicht der Kaiser, der bedeutende niederdeutsche Autor Fritz Reuter verbrachte hier 1856 sein „Sommervergnügen“, und schrieb seiner Frau dazu: „Ich bin so wohl wie fast noch nie, steh’ des Morgens zeitig auf, und arbeite den Vormittag, des Nachmittags wird gebummelt ...“ Eine schöne Zeit muss das gewesen sein, im Fährkrug unten an der Peene steht noch seine Lieblings-Bank, auf der er sich gern niederließ für ein kräftiges Bier. Im „Stolper Fährkrug“ kriegt man nach wie vor eine ordentliche Portion. Und so mancher Hausgast kommt hierherunter auf Abwegen, denn die Sterne-Küche im Haus ist beglückend – aber nicht jeden Tag. Auch vom Feinsten braucht es Abwechslung. Feinstens kocht im Gutshaus-Restaurant Björn Swanson, vom Guide Michelin mit einem Stern gewürdigt, hier kurz vor Usedom ganz im Osten der Republik. Im Herbst natürlich besonders: die Wildgerichte aus eigener Jagd, herzhafte Kreationen mit Pilzen und Kürbis aus der nächsten Umgebung.

Die Klosterruine von Stolpe hatte es Reuter ebenso angetan wie uns. Wir wandern ehrfürchtig über die Fläche hinterm Rinderstall, wo im Jahr 1153 das erste Kloster Vorpommerns vom Orden der Benediktiner gegründet wurde. Ihr arbeitsamer und frommer Geist ist hier zu spüren. Tatsächlich wird die Ruine für Tagungen genutzt. Heute Abend ist es aber ganz still und ein schöner Nebel steigt auf. Wir lassen uns noch ein Bad im Hot Tub vorbereiten und liegen danach in absoluter Ruhe im Wintergarten. Kein Käuzchen ruft, man meint das Meer vor Usedom zu hören.

DZ ab 145 Euro.

Relais & Châteaux Gutshaus Stolpe
Peenstraße 33
17391 Stolpe bei Anklam

Telefon: 039721/55 00
gutshaus-stolpe.de



Jagdschloss Kotelow nahe des Galenbecker Sees

Ganz weit im Osten, unweit des Stettiner Haffs, liegt Kotelow. Abseits, nicht leicht zu finden. Nachdem wir Torhaus und Dorfanger passiert haben, biegen wir in die lange Auffahrt und es erwartet uns schon der Hausherr in Tweed und Stiefeln. Dies ist kein Schlosshotel, es ist wie ein Besuch bei Freunden von Freunden. Hier bekommen wir selbst den Schlüssel zur schweren Eingangstür in die Hand gedrückt. Dürfen uns von Frau Ballschmieter, sie steht dem Hause vor, wünschen, was wir zum Abendessen und Frühstück am liebsten hätten. Sie ist die Seele des Hauses, liebt ihre riesige Gutshausküche. Und was von dort kommt, Wildgerichte oder Zander aus dem Galenbecker See, schmeckt so gut wie bei Muttern und Großmuttern zusammen. Nach dem Abendessen ziehen wir in den Salon um, sitzen am Kamin bei einem Glas Rotwein. Die anderen Gäste plaudern, lesen, ich tue noch einen Schritt auf die Veranda, währen aus dem Haus leise Pavarotti „E lucevan le stelle“ singt. Es ist, wie in einer dieser Landadels-Geschichten von Theodor Fontane. Wenn man irgendwo glauben kann, dass gleich eine weiße Hirschkuh übers Gras läuft, dann hier – bei Vollmond, hinterm Teich zwischen den Bäumen.

Zwischen Vollmond und Sonnenaufgang: Stille

Am nächsten Morgen wache ich viel zu früh auf, weil ein Käuzchen mit seinem Ruf die absolute Nacht-Stille bricht. Ich schaue aus dem Fenster und tatsächlich steht genau dort hinterm Teich ein Reh, blickt zu mir rauf, und trabt gelassen davon. Hinter einer prächtigen Buche geht die Sonne auf und lässt das Laub wie Feuer glühen. Also nicht zurück ins Himmelbett sondern Stiefel und Mantel an, raus in die Morgenfrische, einen Rundgang ums Haus machen. Es ist ein klassisch barockes Herrenhaus, 1733 gebaut von der Familie von Oertzen. Doch jeder im Dorf nannte es schon immer „das Schloss“. Dabei gab man sich hier immer schon ganz erdverbunden. Land- und Forstwirtschaft werden hier nach wie vor betrieben. Jochen und Christine Heins kauften Kotelow 2001. Der Hausherr besorgt die Forstwirtschaft. Die Hausherrin Christine ist für die Einrichtung des Hauses durch ganz Europa gefahren, um Gemälde, Möbel und Accessoires zusammenzutragen, die hier schon vor 200 Jahre gestanden haben könnten. Jede Bodenfliese, jeder stuckverzierte Balken, ist mit historischen Gespür ausgesucht oder erhalten worden - bis hin zum Türgriff, der, schaut man genau hin, eine kleine bronzene Hand ist, die man drückt. Weite Stoppelfelder liegen hinter dem Haus, hier rasten die Kraniche mit lautem Geschrei keine hundert Meter entfernt. Durch die Felder führt eine Kastanienallee wie aus dem Bilderbuch, am Ende liegt eine Biberburg. Man könnte den Sandweg mit dem Auto befahren, aber auf unserem Spaziergang begegnet uns hier nur ein einsamer Reiter. Es duftet nach Herbstfeuer, Laub und Zweige schwelen vor sich hin. Waschbären und Füchse rascheln durch das Unterholz. Nebenan auf dem Hof kräht ein Hahn. Das Naturschutzgebiet Galenbecker See ist nicht weit, hier nisten Graureiher und Kraniche, wachsen Leberblümchen und sogar Fischotter, die wählerischen Tierchen, finden die Natur hier intakt wie seit eh und je. Hier kann man, wenn man möchte, wahrhaft vergessen, in welchem Jahrhundert wir leben.

DZ ab 140 Euro.

Jagdschloss Kotelow
Schlossallee 2
17099 Kotelow

Telefon: 0396072/65 70
jagdschloss-kotelow.de



Herrenhaus Vogelsang bei Lalendorf

Von Güstrow aus fährt man durch sanfte Hügel, die die Eiszeit hier zu hinterlassen geruhte. Die Türme und Zinnen der neogotischen Fassade sind schon von weitem zu sehen, im wilden Gras vor der Freitreppe zum Herrenhaus läuft uns zur Begrüßung laut Quakend eine braune Ente entgegen, die, wie wir erfahren, auf den Namen „Rabi“ hört - wenn sie Lust hat. Ein braunes Kaninchen jagt zwei weiße Hasen immer im Kreis herum und mittendrin amüsieren sich die Kinder von Robert Uhde und seiner Lebensgefährtin Isabel Lauer. Ein richtiges Märchenland erschaffen sie hier. Mit wenig Geld, aber viel Liebe, Phantasie und Tatendrang. 30 Jahre stand das Haus leer, bevor sie sich ihm 2010 annahmen – das tut auch einem robusten Herrenhaus nicht gut.

Englische Romantik in der Mecklenburgischen Schweiz

1884 erwarb der Kaufmann Julius Hüniken das Gut, ließ es im damals modernen Tudor-Stil repräsentativ erneuern und den englischen Landschaftsgarten anlegen, von dem bis heute noch die seltenen Blutbuchen hinter dem Haus erhalten sind. Die Bausubstanz wird nun Stück für Stück saniert. Die märchenhafte Atmosphäre hat sich schon eingestellt. Die Bauweise erinnert an englische Landsitze. Wir kommen uns vor wie auf „Downton Abbey“, nur dass in einigen Zimmern der Fußboden fehlt ... Alles gut abgesichert. Milchiges Herbstlicht fällt durch die große Eingangstür quer durch das Haus bis zur hinteren Terrasse, alte Perserteppiche überall, stilgerecht antike Möbel, die Freunde und Gäste der Familie für die „erste Einrichtung“ geschenkt haben. Im Ballsaal des ersten Stockwerks sind noch die langen Festtagstafeln gedeckt, denn grad fand hier ein barockes Tafelmahl statt, wie die geselligen Hausherren es hier regelmäßig veranstalten: Dinner im Kerzenschein, barocke Musik und über 90 Gäste, die sich hübsch angezogen von weit her auf den Weg machen, um hier auf Vogelsang einen Abend wie bei Cora und Violet Crawley zu verbringen.
Übernachten können die Gäste im Gutshaus noch nicht. Es stehen ein paar Prinzessinnenbetten darin, aber die sind nur für die Kinder, wenn’s draußen warm ist und ein milder Nachtwind durch die Fenster zieht, denen hier und dort noch die Scheiben fehlen. Jedes Jahr baut die Familie ein bisschen weiter und ist Gastgeber vieler romantischer Veranstaltungen rund um Musik, Literatur und Theateraufführungen. Und eines Tages, kein Märchen, wird Vogelsang wieder in altem Glanz erstrahlen.

Herrenhaus Vogelsang
Lindenstraße 9
18279 Lalendorf/Vogelsang

Telefon: 0381/128 93 92
herrenhaus-vogelsang.de



Schloss und Park Kaarz im Warnowtal

Leicht erhöht liegt das Schloss in der Abenddämmerung, der mit geflügelten Löwen verzierte Aussichtsturm zeichnet sich deutlich gegen den hellen Himmel ab. Keine Frage, hier sind wir auf einem richtigen Schloss angekommen. Es liegt eingebettet in einen der schönsten Landschaftsparks Mecklenburgs, den wir als erstes durchwandern, bevor das Tageslicht uns ganz verlässt. Eine breite Freitreppe führt vom Schloss zu einer gepflegten Rasenfläche, dahinter reflektiert ein Teich den sich bunt färbenden Abendhimmel, ein paar Enten suchen müde dümpelnd ihr Häuschen mitten auf dem Wasser auf.
Würde es nicht von drinnen so gemütlich leuchten und hätten wir nicht kalte Füße und Lust auf einen Tee, wir würden jeden einzelnen der seltenen Apfelbäume noch heute Abend bewundern. Aber so nehmen wir dankbar das Angebot der Hausdame des Schosshotels an, lassen uns im roten Kaminzimmer nieder und probieren ein Stück des berühmten Kaarzer Apfelkuchens.

Ein Schloss gemacht für Gäste

Auch dieses Haus, erzählt sie, verdankt sein heutiges Gesicht der Familie des Hamburger Kaufmanns und Reeders Julius Hüniken, der das damalige Gut Kaarz schon lange vor Gut Vogelsang erwarb. Er ließ es zu diesem prachtvollen Schloss ausbauen, gut zehn Jahre vor Vogelsang stand ihm der Sinn offenbar noch mehr nach Neo-Renaissance und Klassizismus. Die oberen Etagen wurden für die zahlreich eintreffenden Hausgäste gestaltet, das Erdgeschoss für die Familie. Ähnlich ist es noch heute im Hotelbetrieb: unten trifft man sich im Restaurant oder Salon. Die Zimmer oben sind individuell eingerichtet, man bucht das Zimmer „Näherin“ oder das „Blumenzimmer“ – je nach Geschmack, alle sind im modernen Landhausstil in kräftigen Farben gehalten. Die langen Flure davor ziert eine besondere Aufmerksamkeit des Hauses: vor jeder Tür hängen an schmiedeeisernen Haken im Herbst ein Friesennerz und Südwester, und Gummistiefel (auch in Kindergrößen) machen Lust auf einen langen nassen Spaziergang durch den Park. Für Kinder ist es ein Abenteuer, denn es gibt ganz in der Nähe eine Biberburg von innen zu besichtigen oder den Ort zu erforschen, wo früher das Rittergut Weselin stand. Und Golf-Fans können hier auf einer der besten Anlagen Deutschlands spielen. 45 Loch bietet Winstongolf, Kurse für alle Niveaus, Anfänger wie Profis lieben die Lage zwischen Flüssen und Seen, wo regelmäßig internationaler Turniere ausgetragen werden.

DZ ab 130 Euro.

Schloss mit Park Kaarz
Obere Dorfstraße 6
19412 Weitendorf OT Kaarz

Telefon: 038483/30 80
schlosskaarz.de


Diese Reise im goldenen Herbst fand mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern statt.
Urlaubs-Service, Reisetipps und die schönsten Gutshotels finden Sie unter Mein Urlaub im Schloss

©Frank Krems ©Frank Krems ©Frank Krems ©Frank Krems

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