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Mutterland: Hamburger Delikatessengeschäft ohne viel Chichi

Lokalheld/9: Jan Schawe - Mutterland-Vater

Es sind der Kaufmann an der Ecke, der Bauer im Nachbardorf oder die Wirtin in unserer Stammkneipe, die unsere Heimat liebenswert machen. In unserer Rubrik „Lokalhelden“ stellen wir starke Frauenzimmer und echte Pfundskerle vor. Sie alle sorgen dafür, dass es zu Hause am schönsten ist. Teil 9: Jan Schawe - Mutterland-Vater

Text: Janika Kästner

Fotos: Mutterland GmbH

Reise ins Mutterland: Feinkostladen mit Tante-Emma-Charme

Mutterland-Vater Jan Schawe

Mutterland-Vater Jan Schawe

Draußen ist es grau in grau. Hamburger Schietwetter, wie es nur echte Hanseaten zu schätzen wissen. Uns kann es nichts anhaben, dieses Grau, das sich von der Elbe kommend wie ein Schleier über die Stadt legt. Wir kennen und wir lieben das. Warum? Weil es uns an die schönsten Orte treibt. Ins Mutterland zum Beispiel.

Ich öffne die Tür, streife die Kapuze ab und verharre für einen Moment im Eingang. Mein Blick gleitet über scheinbar alte Obstkisten, die sich – prall gefüllt mit unzähligen Leckereien – vom Boden bis kurz unter die Decke an der Wand stapeln. Marmelade, Senf, Chutney und Co. buhlen um meine Aufmerksamkeit. Liebeleins Apfel-Holunderblüten-Marmelade und Chili-Rhabarber-Chutney von Holstein Hitze lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Oder doch lieber ein Stückchen Edelbitterschokolade mit kandierten Minzblättern? Auch die Cake Pops – kleine Küchlein am Lollistiel – schreien geradezu danach, von mir vernascht zu werden. Mmmm ... was ist das alles fein.

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Fein ist auch das Konzept hinter dem hanseatischen Feinkostladen mit Tante-Emma-Charme. Eigentlich ist das Mutterland ein Vaterland. Zwei Jahre lang recherchierte Muttis Ideenpapa Jan Schawe, besuchte Manufakturen, fühlte Produzenten auf den Zahn und prüfte, was in sein Konzept passt, ehe er vor sechs Jahren sein erstes Mutterland eröffnete. „Auf der einen Seite bin ich der hedonistische Großstädter. Auf der anderen schlägt in mir das Herz eines Umweltaktivisten“, erklärt er – frei nach Goethe – seine Mutterland-Motivation.

Sicherlich, Feinkostgeschäfte gibt es in Hamburg wie Treibgut am Elbstrand. Aber Mutterland ist anders. „Wenn man viel Geld ausgibt, muss der ganze Kreislauf stimmen“, findet Schawe. Darum gibt es bei ihm keine Produkte großer globaler Lebensmittelkonzerne. Güter, die mehrfach von A nach B und C bis Z gekarrt werden, ehe sie in den Verkauf kommen, findet er irrwitzig. Statt auf Massenware setzt er auf Erzeugnisse aus Deutschland, die in familiengeführten Manufakturen in überschaubaren Mengen hergestellt werden.

Schawes Mutterland ist eine Hommage an Deutschlands Mütter. Das Klischeebild der fürsorglich liebenden Mutter stand namentlich Pate. Die Produkte in den alten Obststeigen wecken Kindheitserinnerungen. Mich erinnert der Kalte Hund in der Kuchentheke an meinen ersten Fahrversuch ohne Stützräder. Wie schnell machte Mamas Schoko-Keks-Kuchen das blutende Knie vergessen. Bester Seelentröster der Welt! Wer das Mutterland betritt, sollte Zeit mitbringen – Zeit für eine Reise in Muttis Leckerwelt. Wenn draußen der Graumaler tobt, die Seele eine süße Streicheleinheit braucht oder eine kulinarische Inspiration her muss, setze ich mich gern an einen der gemütlichen Tische und lasse mich bemuttern.

Feinköstliches Mutterland

Im Mutterland werden feinste Delikatessen aus Deutschland demokratisiert. Kein Chichi und keine Schwellenangst. Das Konzept kommt an, drei Filialen gibt es bereits in der Hansestadt, Kuchen, Stullen und Mittagstisch inklusive. Für alle, die sich außerhalb Hamburgs gern von Mutti verwöhnen lassen, gibt es einen Onlineshop.
MUTTERLAND-Stammhaus, Geöffnet Mo–Sa 8–21 Uhr, So 9–18 Uhr
Ernst-Merck-Straße 9–11, 20099 Hamburg, Tel.: (040) 28 40 79 78

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