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Sehnsucht Deutschland - Film
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Weingenuss und Achtsamkeit

Was ist eigentlich so gut an Wein? Ein weinseliger Abend ist meistens einer, der zu guten Erinnerungen führt. Aber was genau ist so gut an Wein, dass wir ihn so gerne trinken und er uns an so vielen Abenden begleitet? Und wie wird Wein zu mehr als nur Genussmittel?

Text: SD Redaktion

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Wie Weingenuss gelassen macht und Achtsamkeit trainieren kann

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Ein Gläschen Rotwein am Abend ... Genuss und Gemütlichkeit

Wein bedeutet Genuss, Frieden und Freude. Weintrinker schätzen die Effekte des Traubensafts und verbinden mit Wein weit mehr als nur stupides trinken. Aber was ist dran an den hochgelobten positiven Effekten des Weins? Einiges – denn bewusster Genuss kann nicht nur entspannend wirken, sondern auch Achtsamkeit trainieren.

In vino veritas – schon die Römer haben Wein getrunken und das in großen Mengen. Sie brachten das Getränk nach Deutschland, wo es in verschiedenen Gebieten angebaut und hoch geschätzt wird. Der veredelte Traubensaft ist nämlich weit mehr als Getränk: Genuss, Geschmack und gesundheitliche Aspekte vereinen sich darin und machen Wein zum Begleiter verschiedenster Speisen, entspannter Abende und redseliger Nächte. Aber was genau daran ist eigentlich so gut? Wie kommt es, dass Wein eins der beliebtesten Getränke ist und so vielfach Anklang findet? Begib dich mit uns auf die Spuren der Wahrheit des Vinos und finde heraus, was wirklich dran ist.

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„Der Wein – maßvoll genossen – heilt und erfreut den Menschen zutiefst durch seine große Kraft und Wärme.“ Hildegard von Bingen


Wein ist nicht gleich Wein

Wein ist nicht gleich Wein. Weißwein, Roséwein, Rotwein, Eiswein, Apfelwein – es gibt verschiedenste Formen von dem, was weithin Wein genannt wird und nicht alle sind das Genussmittel, das der Name vermittelt. Apfelwein – und das wissen wohl alle, die schon mal hessischen Äppelwoi oder Pfälzischen Viez getrunken haben – hat wenig mit tiefem Genuss zu tun. Zu stark ist die säuerliche Note der Äpfel, die durch die Gärung hervor tritt. Trauben verhalten sich da anders. Sie vergären je nach Traubensorte und Zutun des Winzers zu süßen oder herberen Weinen, die dann sortenspezifisch als trocken, halbtrocken, feinherb, lieblich oder süß bezeichnet werden.

Die Hauptrolle spielt die Traube. Sie ist der Star des Weins, die Prima Donna, die den Ton angibt – und auch hier bleibt es bei „Wein ist nicht gleich Wein“. Schließlich gibt es ja noch den grundsätzlichen Unterschied zwischen Weiß, Rot und Rosé. Hier geht es also zunächst um die Traubenfarbe, die bei den Weißweinen von hellgrün bis goldgelb changiert und bei Rotweinen von zartrosa zu kräftigem Lila. Aber wie entsteht eigentlich Rosé? Nicht aus Rosétrauben, wie möglich wäre, sondern aus roten Trauben, die wie ein Weißwein gekeltert werden. Die Schalen der Beeren kommen nur kurz mit in die Maische und werden dann herausgefiltert – so entsteht die zarte Farbe des Rosé.

Somit wäre schon einmal das Farbgeheimnis geklärt – aber wo liegen sonst die Unterschiede zwischen den vielen Tausend Sorten, die weltweit produziert werden? Auch hier gibt die Traube wieder den Ton an – in ihr liegen die grundsätzlichen Anlagen für den fertigen Wein, sie bestimmt über Süße, Säure und Aromen, die Art des Anbaus und ihr Handling. Denn während die Pinot Noir Traube eher die Diva des Weinbaus ist, die anfällig für Krankheiten und Fäule ist, außerdem je nach Klima gerne zu schnell oder zu langsam reift, schmeckt eine Cabernet Sauvignon immer gleich, egal wo sie wächst. Die Bouquets reichen dabei von federleicht und spritzig bis hin zu vollmundig, kräftig und schwer. Und so kommt es, dass für den Winter besonders eine Art des Weins hervorzuheben ist.




Die Traube gibt den Ton an und verrät im fertigen Wein viel über ihren Reife- und Verarbeitungsprozess. Dabei bringen tausende verschiedene Rebsorten und Verarbeitungsweisen einen eigenen Charakter mit ins Spiel.
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Rotwein und Winter

Im Winter braucht es Wärme, Kraft und Gelassenheit – welche Weinsorte verbindest du damit? Tatsächlich bevorzugen die meisten Weintrinker im Winter einen kräftigen Rotwein, der vollmundig daher kommt und den Sommer auf die Zunge zurückbringt. Bei Raumtemperatur getrunken bringt er keinen Schauer mit, wie vielleicht ein gekühlter Weißwein es täte. Er schmeckt vor dem Kamin, zu Rotkohl, Käse und Gewürzkuchen. Und er lässt besinnlich werden, entspannen, Achtsamkeit trainieren.

Nach einem langen Tag ein Glas Rotwein genießen: Der Alkohol entspannt, das ist klar, lässt den Geist abschalten und zur Ruhe kommen. Und Achtsamkeit? Nun, ähnlich wie die Rosinenübung, kann auch mit dem Wein geübt werden, zu beobachten. Wahrzunehmen. Auszuprobieren. Farbe, Konsistenz, Verhalten im Glas, Geruch und die einzelnen Aromen auf der Zunge bieten viel zu entdecken und zu erleben. Das beginnt beim Aufnehmen der Flasche und endet erst mit dem leeren Glas. Dazwischen liegen viele Teile der Beobachtung: Das Geräusch beim Entkorken der Flasche, das erste Wahrnehmen des Dufts, das satte Gluckern der Flasche beim Eingießen, die Farbe der Flüssigkeit, die von tiefem Violett zu Himbeerfarben reicht, das vielleicht schon ölige Perlen im Glas, wenn es geschwenkt wird, der satte Geruch, der dabei aufsteigt und in die Nase strömt. Und all das vor dem ersten Probieren.


„Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.“ Salvador Dalí


Achtsamkeit im Genuss finden

Mit dem Öffnen der Lippen, dem Aufnehmen des Weinatmens, dem Einfließen in den Mund, dem Erstkontakt mit Zunge und Gaumen ergeben sich neue, weitere Welten. Zunächst kommen die Aromen der Kopfnote zur Geltung: Flüchtige Töne von Himbeeren vielleicht, eine leichte Süße, ein Hauch Mandel, bevor sie Platz machen für den Hauptteil des Weins, der mit kräftigen Aromen den Mund ausfüllt. Pflaume, Pfeffer, schwarze Johannisbeere und vielleicht ein Hauch grüne Paprika verraten viel über die Rebsorte. Außerdem vermittelt der Wein über den kompletten Aufenthalt im Mund ihre Hauptausrichtung – ist er süßlich, herb, trocken, zieht er vor lauter Säure gar die Zunge zusammen?

All das verrät viel über den Herstellungsprozess. Besondere Süße entsteht zum Beispiel bei der Trocknung der Traube, die für einen besonders geschmacksintensiven Wein wie den Amarone benötigt wird. Die Aromen werden komplexer, werden deutlicher, da durch die Trocknung weit weniger Flüssigkeit in den Weinbeeren enthalten bleibt als bei einer anderen Verarbeitungsweise. Auch die Sonneneinstrahlung lässt sich über die Süße herausfinden. Ein langer Sommer und eine Traube vom Südhang, auf dem Zenit ihrer Reife geerntet, bringt dies mit in den Wein und macht ihn rund, harmonisch und angenehm süß.

All dies herauszuschmecken, die Geschichte des Weins zu kosten und den Wein zu erleben statt nur zu trinken, macht es zum Achtsamkeitstraining. Jeder Wein stellt dabei ein neues Erlebnis dar, eine neue Reise in die Geschichte dieses speziellen Tropfens. Und nicht nur jeder Wein ist dabei anders – auch das Glas, die Temperatur und das, was eventuell dazu gegessen wird, haben einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack und das, was der Wein preis gibt. Pluspunkt: Wein ist nicht mal so ungesund wie alkoholische Getränke vielleicht allgemein wirken mögen.


„Il vino fa buon sangue. – Wein macht gutes Blut.“ Italienisches Sprichwort




Beim bewussten Genuss wird der Wein zum Achtsamkeitstraining, zu einer Reise in die Geschichte des Weins. Er erzählt von der Traube, ihrer Verarbeitung, dem Sommer vor der Ernte und wird – in Maßen genossen – zum wertvollen Entspannungstraining.
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Gesundheitliche Benefits – was ist dran?

„Ein Glas Wein ersetzt eine Stunde Sport“, „Rotwein ist gut für das Herz“ – solche Schlagzeilen sind häufig zu lesen und machen den Weintrinkern Mut, machen sie glauben, dass das Laster gar kein Laster ist. Andere Artikel behaupten mit Überschriften wie „Wie unsinnig das tägliche Glas Wein tatsächlich ist“ genau das Gegenteil. Was aber stimmt nun?

Schenkt man den aufgeführten Studien Glauben, ist mäßiger Alkoholkonsum zumindest nicht sehr schädlich. Er führt zu einer Verringerung der Kalkablagerungen bei Herzkranzgefäß-Risikopatienten, hat bei den Patienten mit „normalen“ Voraussetzungen jedoch keine Auswirkungen wenn er denn vertragen wird. Bei Diabetikern gibt es ebenfalls keine positiven Effekte. Eine Langzeitstudie, die an schwedischen Krankenschwestern durchgeführt wurde, möchte bewiesen haben, dass moderater Alkoholkonsum das Risiko für Herzkranzgefäß-Erkrankungen verringert, das Krebsrisiko jedoch erhöht.

Es ist auffällig, dass jeweils nur eine bestimmte Gruppe untersucht wird. Manche meinen, Forscher, die beweisen möchten, dass Wein gesund ist, sind selbst passionierte Weintrinker und deshalb selbst an positiven Effekten interessiert – die sich bei egal welchem Ergebnis hereininterpretieren lassen. Je nach Interessenslage ist es also Auslegungssache, was bei einer Studie herauskommt und wie dies schließlich interpretiert wird. Letztendlich überschneiden sich die Ergebnisse der Studien sogar teilweise, werden aber jeweils so ausgelegt, wie es anklingen soll. Deswegen möchten wir keine ultimative Aussage treffen, die besagt „Wein ist gesund“. Aber zumindest ist versichert, dass ein gesunder Mensch von mäßigem Alkoholkonsum, der bei Frauen bei 0,1 l Wein pro Tag liegt, keine erheblichen Nachteile oder gar Schäden davon trägt. Im Gegenteil: Aus dem richtigen Umgang lassen sich durchaus positive Effekte ziehen.


„Der Wein erquickt den Menschen das Leben, so man ihn mäßig trinkt.“ Sirach


Der bewusste Umgang ist gesund

Denn nicht Wein per se muss gesund sein, viel mehr das, was er mit Körper und anstellt. Wer sich einmal pro Woche zu einem Achtsamkeitstraining mit Wein verleiten lässt, stellt bestimmt nicht schlimmes an - wenn es denn bei ein bis zwei Gläsern bleibt. Das schenkt Genuss, schenkt Freude, schenkt Entspannung. Entspannung hingegen ist enorm wichtig in stressigen Zeiten. Wichtig ist aber auch: Wein darf nicht das einzige Mittel zur Entspannung sein. Zu leicht ist der Weg hinein in eine Sucht, die mancherorts schon zum guten Ton gehören mag und zum Lifestyle-Produkt Wein passt.

Auch hier sollten also Achtsamkeit und Bewusstsein mit dabei sein – und Abwechslung in die Entspannungsmethodik bringen, denn es gibt so viele Wege dazu – Yoga, Meditation, Aromatherapie oder die Ausübung eines beliebigen Hobbys. Die Vielfalt macht ein gesundes Leben aus und dazu darf - im Umkehrschluss - dann auch ruhig ein Gläschen Wein gehören, dass von langen Sommern in der Toskana träumen lässt, seinen Entstehungsprozess erzählt und in träumerisches Schwelgen vor dem Kamin abgleiten lässt.


„Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Teresa von Ávila

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