Das Florenz Deutschlands: Die Stadt am Lech ist ein Muss für alle Kulturreisenden und Genießer. Finden Sie hier mehr als drei gute Gründe, weshalb man Augsburg kennen sollte.
Viel mehr als nur die Puppenkiste
Die Fuggerei - das berühmteste Denkmal der Kaufmannsfamilie; Foto: Bayern Tourismus Marketing GmbH
Das Florenz Deutschlands: Die Stadt am Lech ist ein Muss für alle Kulturreisenden und Genießer. Sie lockt mit historischen Reichtümern, traumhaften Übernachtungsmöglichkeiten und traditionsreichen Märkten und Volksfesten. Und das sind nur drei gute Gründe, weshalb man Augsburg kennen muss.
Wer kennt sie nicht die berühmte Augsburger Puppenkiste mit ihrem Kasperl, der Muminfamilie, Jim Knopf und Lukas, dem Urmel, Bill Bo und dem Sams. Doch Augsburg ist weitaus mehr als nur die Geburtsstadt eines Marionettentheaters.
Wer sich für Literatur, Kultur und Geschichte interessiert, wird an Augsburg seine Freude haben:
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Über die Jahrhunderte haben in Augsburg zahlreiche Persönlichkeiten das Licht der Welt erblickt: Einer davon war kein Geringerer als der Vater von Komponist Wolfgang Amadeus Mozart, der in der heute drittgrößten Stadt Bayerns geboren wurde. Deswegen darf sich Augsburg neben Salzburg und Wien auch als einzige deutsche Stadt „Mozartstadt“ nennen und ist Mitglied im Verein Europäischer Mozartwege. In der Stadt erinnern heute das Mozarthaus, zahlreiche Mozartstätten und Musikreihen zum Thema Mozart an die Künstlerfamilie.
Aber auch Schriftsteller von Weltrang wie Bertolt Brecht stammen aus Augsburg. Brecht wurde am 10. Februar 1898 in der Augsburger Altstadt „Auf dem Rain 7“ geboren. Ihm zu Ehren gibt es seit 1990 die Bert-Brecht-Forschungsstelle. Hierfür wurde sein Geburtshaus neu gestaltet. Zu seinem 100. Geburtstag wurde das Brechthaus schließlich als literarisches Museum eröffnet, das ein eindrucksvolles Bild von Brechts Leben, Denken und Schaffen vermittelt.
Doch vor allem eine Familie hat Augsburg im 16 Jahrhundert geprägt wie kein anderer - die Fugger. Der Reichtum und die Macht der Augsburger Kaufmannsfamilie waren unvorstellbar: Sie finanzierten Kaiserkronen der Habsburger, prägten die Münzen der Päpste und bezahlten die Schweizergarde des Vatikans. Sie gaben dem König von England ebenso Kredit wie den Medici in Florenz. Sie handelten mit ganz Europa und Ostindien, mit Afrika und der Neuen Welt. Die Fugger brachten Italiens Renaissance über die Alpen und trugen maßgeblich dazu bei, dass Augsburg den Beinamen „das deutsche Florenz“ bekam.
Mit der Fuggerei, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, schuf Jakob Fugger 1521 ein einzigartiges Denkmal und bedürftigen und schuldlos in Not geratenen katholischen Augsburger Bürger und Einwohner einen Unterschlupf. Sie umfaßt 67 Häuser mit 140 Wohnungen, eine Kirche und einen Brunnen. Auch heute beträgt die Jahresmiete für eine Wohnung dort noch einen rheinischen Gulden, sprich 88 Cent. Wer hier wohnen will, muss jedoch geborener Augsburger, verheiratet und katholisch sein. Voraussetzung ist ferner ein tadelloser Leumund und unverschuldete Armut. Ebenso auf der Hausordnung: jeder Mieter muss täglich ein „Vater unser“, ein „Ave Maria“ und das Glaubensbekenntnis für die Stifter beten.
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