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Sehnsucht Deutschland - Film

Deutschlandreise Kaiserstuhl: Sonnenreiches Schlaraffenland (Seite 3 von 3)

Wer auf der A5 in Richtung Süden nur Augen für den Rhein hat, in Gedanken schon in Frankreich ist und den Kaiserstuhl rechts liegen lässt, macht einen großen Fehler. Die sonnenreiche Region ist ein Schlaraffenland für Genießer und Weinfreunde.

Text: Stevan Paul

Fotos: Badischer Wein + Tuniberg

Genussreise für die Sinne

Im Herbst kehren hungrige Wanderer gerne in den zahlreichen Straußwirtschaften ein. Kehrbesen weisen symbolisch den Weg in die privat betriebenen und meist einem Winzerbetrieb angegliederten „Besenwirtschaften“.

Unter freiem Himmel oder in gemütlichen Stuben werden neuer Wein und frischer Most ausgeschenkt und einfache Traditionsgerichte aufgetischt: Bibiliskäs, ein sahnig-cremiger Kräuterquark, hauchdünne Flammkuchen, Rindfleisch- und Ochsenmaulsalat mit „Brägele“, knusprigen Bratkartoffeln. Das berühmte badische Schäufele, gepökelte und geräucherte Schweineschulter im Sud gegart und in Scheiben geschnitten, wird mit Kartoffelsalat serviert. Rinderleber reicht man kräftig „geröstet“ oder „sauer“ in Weinsauce mit Brot.

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Einige der Straußwirtschaften wurden zu Winzerschenken mit Ganzjahreskonzession umgewandelt, etwa die Gutsschänke Zum Trotthisli mit Hoflokal und Abendsonnenterrasse in Bischoffingen. Einfache Küche, gute Weine und Winzersekt erwarten den Wanderer am Aufstieg zum wohl schönsten Aussichtspunkt des Kaiserstuhls, der 350 Meter hohen „Mondhalde“ mit Blick auf den Rhein, in die Vogesen und das nahe Elsass. Wer nicht so gut zu Fuß ist, nimmt das Auto.

Gut isst man auch in Wasenweiler. Im lauschig begrünten Innenhof des Gasthauses Zur Sonne gibt es sogar einen Stammtisch: „Dohoggediwuimmerdohogge“ verkündet ein Schild. Bei einer großen Portion „Von jedem Ebbis“ lässt sich genüsslich über den Sinn der mundartlichen Buchstabenansammlung nachdenken.

Ganz in der Nähe finden sich Hofladen und Felder der Familie Rudmann – ein Schlaraffenland auf 15 Hektar zusammengefasst. Hier wachsen Kirschen, Äpfel, Beeren, Salate und Gemüse, zur Saison wird frischer Spargel gestochen, im Herbst leuchten Kürbisse auf den Feldern. Die Familie verkauft hausgemachte Säfte, selbstgebrannte Schnäpse, Brot wird an vier Tagen in der Woche im Holzofen gebacken. Claudia Rudmanns duftender Hefezopf schmeckt köstlich zur hausgemachten Marmelade oder dem Honig vom eigenen Bienenvolk.

Kilian Rudmann führt auf Wunsch gerne durch Felder und Beete, allein 25 verschiedene Sorten Tomaten können hier im Sommer besichtigt und verkostet werden. Allerorten finden sich Weine und Genusssouvenirs, die es nur am Kaiserstuhl gibt.

Rückt die Heimreise näher, empfehlen sich insbesondere Breisach und Endingen für einen kulinarischen Einkaufsbummel. Der Endinger Qualitätsmetzger Peter Dirr ließ sich in der Toskana inspirieren und stellt Kaiserstühler „Pancetta“, „Coppa“, Fenchelsalami und Kümmel-Pfefferschinken her, die vor Ort würzig im Mund zergehen und sich als Stückware gut für die Reise eignen.

Süßmäuler lieben die Kaiserstühler Walnusstorte, die der pensionierte Konditor Werner Weber in seiner Privatbackstube in Bischoffingen aus regionalen Zutaten herstellt und in die Läden der Region liefert. Sein Tipp: Zur Mürbeteig-Walnusstorte mit karamellisierten Nüssen und Honig schmeckt ein Glas Gewürztraminer oder eine Beerenauslese.

Fest steht: Wer einmal am Kaiserstuhl war, der fährt sicher nicht mehr daran vorbei. Die kommen alle wieder.

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Text: Stevan Paul
Foto: Badischer Wein GmbH (2); Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus e.V.

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