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Mein Ostdeutschland

Reise durch Mecklenburg / Tag 4 - Ahlbeck auf Usedom

Von David [118 Beiträge]   |   13.09.2007 um 09:40:20

Eine herrliche Nacht. Die Fenster weit aufgerissen, um die herrlich klare und frische Luft über der Ostsee ungehindert herein zu lassen.

Die Ostsee ist hier Weltmeer, die Strände sind gigantisch und auch bei schönstem Wetter in der Hauptsaison sind immer Plätze in den kuscheligen Strandkörben frei, die einen Tag am Wasser so bereichern können. In der Ferne ziehen langsam und bestimmt die Fähren von und nach Swinemünde auf polnischer Seite ihre Bahnen.

Das Frühstück im Ahlbecker Hof ist prima. Inzwischen haben alle Dinge, die so auf den Buffets stehen, Punkte in verschiedenen Farben um die Verträglichkeit für die unterschiedlichen Wellnessjünger öffentlich zu machen.

Überhaupt Wellness. An der Ostsee scheint kein Hotel, kaum eine Pension noch ohne irgendeine Form von Wellness-Angeboten auszukommen. Man gewinnt den Eindruck, dass fließendes Wasser bereits ausreicht, einen Wellnesstempel zu simulieren. Früher kamen unter anderen der Kaiser für ihre Sommerfrische, heute Wellness, an die Ostsee, um im Meer zu baden, im Sand zu spazieren und die Luft ganz tief einzuatmen.
Wie sich die Zeiten eben so ändern.

Das Wetter ist weiterhin bescheiden. Was ist nur mit der Küste von MV los, die doch sonst – wenn überall anders in Deutschland grau überwiegt – die letzte Bastion für einen freien Zugang der Sonne auf den Urlauber ist?

Wir haben Fahrräder gemietet und Ausweise eingesteckt: heute geht es über den für Autos geschlossenen Grenzübergang nach Polen, genauer gesagt nach Swinemünde, ebenfalls ein lebhaftes Seebad mit dem höchsten Leuchtturm der Ostsee (68m) und Sandstränden, die von denen der deutschen Seite nur durch gestern erwähnten Grenzzaun getrennt sind.

Von Ahlbeck fährt man auf gut ausgebauten Fahrradwegen eine gute Viertelstunde an im Stau stehenden Autos vorbei. Die Fahrzeuginsassen möchten direkt an der Grenze für kleines Geld einen Stellplatz eines überfüllten Parkplatzes gelangen. Der Mensch, sein Auto und sein liebstes Freizeitvergnügen, im Stau zu stehen.

Grenzformalitäten sind entspannt, den Ausweis für unseren Hund, den wir an der Leine mítführen, möchte man nicht sehen. Und dann sind wir auf einmal in Polen.

Direkt hinter der Grenze sind fliegende Händler, die vor allem verkaufen, was sie in ihren Gärten angebaut haben, z.B. Zwiebeln, Paprika, Äpfel und Honig.

Pferdegespanne stehen bereit, um die Tagestouristen notfalls bis in die Stadt zu transportieren, die allermeisten zielen aber auf den gigantischen dauerhaften Markt, der links der Straße, teilweise überdacht, neben den typischen polnischen Blaubeerbroten, ziemlich alles feilbietet, was der globale Markt zu bieten hat. Natürlich auch reichlich Zigaretten, die einem auch als Nichtraucher nahe gelegt werden zu kaufen, um zurück in Deutschland damit ein gutes Geschäft zu machen.

Wir radeln weiter Richtung Swinemünde, Richtung Promenade, vorbei an ehemals prächtigen Villen, Parks und Wäldern und Straßen in bescheidenem Zustand.

Polen ist ebenfalls ein schönes Land, die Menschen sind nett und gastfreundlich und als der Regen stärker wird, lassen wir uns in einem typisch polnischen Freiluftimbiss auf schaukelnden Bänken nieder und probieren alles ausser der berüchtigten Flaki (Pansen/Kutteln)-suppe.

Auf dem Rückweg schnell noch Honig von der Straße als Erinnerung an diesen Ausflug gekauft und schon sind wir wieder zurück in Deutschland. Ein langer Tag, der mit einem Besuch auf der Seebrücke von Ahlbeck und Nudeln samt Monstereisbecher endet.

Bevor der Lagerkoller überhand nimmt, werden wir morgen weiterfahren, Richtung Bernsteinbäder und Peenemünde.


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