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Mein Ostdeutschland

Dresden, Hamburg und die Hufeisennase

Von david [118 Beiträge]   |   10.08.2007 um 16:10:59

Dresden ist eine herrliche Stadt an der Elbe. Aber man sollte schnell hinfahren, vorausgesetzt man möchte das UNESCO-Welterbe Dresdner Elbtal noch einmal ohne monströse Brücke erleben. Doch dann kam Rhinolophus hipposideros und wie es aussieht kann man sich wieder ein bißchen mehr Zeit lassen.

Ferienzeit in einer anderen Stadt. Hamburg. Auch an der Elbe.

In der Mittagspause wird man überall fröhlich begrüßt. Alle sind entspannt und eigentlich in Ferienstimmung. Und das obwohl in Hamburg der Kaffee-Krieg offen ausgebrochen ist. Starbucks fordert Balzac, die von seiner hemdsärmeligen Gründerin zum Platzhirsch aufgebaute Coffeeshop-Kette. Balzac ist regional, die Chefin aus Hamburg, Starbucks ist Uncle Sam, weltweit agierend und der Eindringling. Die Sympathien sind verteilt.

Zwischen zwei Balzacs hat sich jetzt hier am Rödingsmarkt ein fetter Starbucks gemogelt. Direkt vor unserer Haustür, wir können die Augen vor diesem ungleichen Kampf nicht verschließen und geben dem Neuling eine Chance.

Und der Neuling gefällt. Abgesehen davon, dass – wie in jedem Coffeeshop – immer relativ viel Zeit zwischen Bestellung und Ausgabe vergeht, ist die Belegschaft nett, wärmt das Sandwich auf und lässt einen Fingerbreit Platz für Milch. Milch ist teurer geworden, ob das betriebswirtschaftlich schon berücksichtigt worden ist? Egal. Es ist sogar ganz gemütlich, vor der Fensterfront sind breite, bepolsterte Korbsessel und es gibt immer mehrere tagesaktuelle Ausgaben der Süddeutschen zum Lesen.
Insbesondere letzteres ist eine tolle Sache, ein echtes Plus.

Und da steht es, sogar auf Seite 1 sogar:
Die kleine Hufeisennase stoppt den Bau der Waldschlösschenbrücke in Dresden. Was kein Politiker, kein Prominenter, keine neuen Volksabstimmungen geschafft haben, gelingt jetzt dieser schier übermenschlichen Fledermaus von deren Existenz höchstens ihre Interessen vertretende Naturschützer gewußt haben können.

Ein großer Erfolg für ein kleines Tier, dass offensichtlich nicht mit Schönheit geschlagen ist und nicht nur deshalb vor allem nachts unterwegs ist. Amüsant, ein wenig zum Kopfschütteln und doch Schmunzeln. Was es alles gibt.


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