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Mein Berlin

Prenzlauer Berg mit HSV-Kneipe

Von David [118 Beiträge]   |   10.03.2008 um 20:23:23

Letzte Woche war ich in Berlin. ITB, die größte Tourismus-Messe der Welt. Mit gut besohlten Schuhen täglich durch die Hallen, ein Gespräch jagt das nächste, und der wichtigste Pflichttermin ist am anderen Ende der Stadt. Der HSV spielt in Leverkusen, UEFA-Pokal, U-Bahnen und Busse im Streik, gegen 20 h noch bei blitzkalten Heinecken auf dem Holland-Stand, um 21 h wird angepfiffen.

Mein alter Freund Cy, der mir freundlicherweise sein Sofa zur Verfügung stellt, weist auf eine in seiner Nachbarschaft befindliche HSV-Fan-Kneipe hin – das Avelance zwischen Prenzlauer Allee und Danziger Straße. Eile ist geboten.

Im Anzug in die noch fahrende S-Bahn, gerammelt voll, fast wie in der alten Westkurve im Volkspark. Hackescher Markt, noch 9 Minuten bis Anpfiff. Wo bin ich bloß?

Taxi! Pfiff, ein alter Benz von ´64 hält, er gehört Ralf Werner und ist das älteste Taxi von Berlin. Herrlich, Berliner Schnauze erklärt, dass Hackesche Höfe von der Wende vor dem Abbruch gerettet wurden. Krenz und Co. hatten die Abrißbirne schon in der Tasche.

An das Avelance kann er sich erinnern, wurde dort schon mal abgeschleppt. Leider nur von der Polizei, das war teuer und nicht so lustig, weeste? Ick freu mir jedenfalls, dass ich jetzt die Kneipe fast pünktlich erreiche. Platz in der ersten Reihe, Rasiersitz, kaltes Bier, außer Toast kein Essen, 100 Leute, alle pro HSV, Wimpel und Fahnen an der Wand, schwarz-weiss-blaue Sichtweise wie es sich gehört, Leverkusen gewinnt (leider) trotzdem, es wird geraucht, dass die Schwarte kracht. Rauchen kann man auch verbieten? Hat hier noch keiner gehört.

Im Prenzlauer Berg, so lerne ich, hat fast jeder Kiez eine eigene Fanclub-Kneipe und ein paar Döner-Läden, da drüben die Stuttgarter, die Straße runter Bremen, sogar Bayernfans gibt es hier und dazwischen unsere Freunde vom Bosporus, die sich sowieso für alles begeistern können, was rund ist. Nur die alte Dame Hertha will hier niemand sehen.

Egal, 50 Meter weiter ist der Dönerladen noch offen, es gibt kaltes Beck´s und leckeren Döner, dazu – wie üblich – einen erstklassig gelaunten türkischen Imbissbesitzer namens Cem.

Und im Avelance wird eben jeder HSV-Fan froh. Ein Stückchen Freundschaft, ja Familie im rauen Ostteil der Hauptstadt.

Fett anstreichen! Hier tragen alle die Raute im Herzen.


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