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Mein Bayern

Ka' Sünd' auf der Alm? Doch: Buddamuich!

Von Susanne [5 Beiträge]   |   09.01.2008 um 13:31:32

Wer nach Bayern kommt, der will in die Alpen, und wer in die Alpen will, der will der Zugspitze zumindest einmal nahe kommen. Das behaupte ich jetzt einfach, wohl wissend, dass das nicht jeder so sieht, aber immerhin habe sogar ich meine Meinung über die Alpen im allgemeinen, die Zugspitze im besonderen und die Neuneralm im ganz speziellen revidieren können, und ich bin als Dickschädel bekannt.

Das Zugspitzdorf Grainau präsentiert sich im Internet selbst recht gründlich, ich muss hier keine Wiederholungen wiederholen, aber schön ist's!

Noch schöner ist es, den Wanderweg zur Neuneralm zu gehen, der ist nicht so lang und steil, dass so unsportliche Menschen wie ich ihn nicht schaffen würden. Zur Tarnung empfiehlt sich, eine wichtig aussehende Kamera dabei zu haben.

So kann man nicht nur das Fotografieren vortäuschen, weil einem die Luft wegbleibt, wenn man fürs Wandern nicht geschaffen ist, man kann auch tatsächlich tolle Bilder schießen. Z. B. im Frühsommer, wo ich samt dbaE (dem besten aller Ehemänner) mich kaum sattsehen konnte an den herrlichen Kräuterwiesen, den imposanten Bergkulissen und an einem echten, freilaufenden Fuchs. Letzterer findet Erwähnung, weil ich als Großstadtpflanze in meinem Leben noch nicht genügend Füchse mit ohne Zoo drumherum gesehen habe, als dass ich diesen nicht der Rede wert finden könnte.

Der Mühen Lohn war auf jeden Fall die Neuneralm, die am Ende des kleinen Wanderweges (so man seine Wanderung nicht auf den von dort abgehenden Routen fortsetzen will, aber das überließ ich den Sportlernaturen). An diesem Tage war das Wetter sehr wechselhaft, als wir ankamen, regnete es immer noch ein wenig.

Und es regnete Erkenntnis!
Hatte ich mich doch immer gefragt, warum die bayrischen Häuser so weit überhängende Dächer hatten. Auf der Neuneralm konnten wir draußen vor dem Haus sitzen, geschützt vom überhängenden Dach, das uns den Regen von der Pelle hielt.
Man konnte sich gut vorstellen, wie bayrische Hausfrauen lieber vor dem Haus sitzend ihre Kartoffeln schälen mögen als drinnen.

Wir jedenfalls saßen wunderbar trocken und genossen den Ausblick: Wunderschön. Als dann noch der Himmel aufriss und die Sonne die fallenden Tropfen zum Glitzern brachte, als schaue man auf einen Diamantenregen, war es um mich geschehen – ich bin dann jetzt mal Alpenfan.

Dieser Meinungsbildungsprozess wurde allerdings auch stark beeinflusst von einem absolut göttlichen Getränk, das man uns dort kredenzte. Dort oben gibt es nämlich Buddamuich (Schreibweise Langenscheidts Lilliput Bairisch entnommen).

Der unwissende Norddeutsche oder anderweitige Nichtbayer könnte beim Anblick dieses Wortes vielleicht auf die Idee kommen, es handele sich bei Buddamuich um die Fortpflanzungsflüssigkeit ostasiatischer Heiliger, tatsächlich enthüllt Langenscheidt, dass man hier dabei ist. Buttermilch zu trinken.

Aber was für eine! Ich vergaß gleich beim ersten Schluck alles was mir in Supermarkt-Kühlregalen je angepriesen wurde, und zwar so gründlich, dass ich fortan nicht einen Becher Supermarktplörre mehr kaufen kann!
Das hier schmeckte nach Urlaub, frischer Luft, würzigen Kräutern, Wiesen, glücklichen Kühen – einfach unbeschreiblich!

Ein halber Liter für 2 � oder so … ich hätte auch 3,50 � ohne Gewinsel bezahlt! Satt waren wir hinterher obendrein, und allemal fit für den Rückweg. Man kann dort oben auch prima essen, aber mehr als die Buddamuich hat nicht in uns hinein gepasst.

Es ist schon prima, in Bayern zu wohnen. nach dem Frühstück setzt Du dich in einen Zug und fährst in die Alpen, und zum Abendbrot bist Du wieder daheim. Für ein westfälisches Nordlicht fühlt sich das nach Luxus an.

Wer übrigens länger bei der Neuneralm sitzt, hat auf der benachbarten Weide eine prima Möglichkeit, das Verhalten von Schafen zu analysieren – wir haben so dermaßen gelacht!


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