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Mein Leben

Ich war Weihnachtsmann!

Von David [118 Beiträge]   |   27.12.2007 um 11:20:36

Ich bin einer dieser Typen, den Ortsfremde aus einer überfüllten Innenstadt herausfiltern um nach dem Weg zu fragen und ich bin auch einer dieser Typen, die jedes Jahr gefragt werden, ob sie nicht Zeit und Lust hätten, für die Kinder der Fragenden den Weihnachtsmann zu mimen.

Letzteres freut mich immer besonders, obwohl ich seit Jahren am heiligen Abend Vollzeit in der Küche stehe, um für meine Großfamilie zu kochen. Aber neben ordentlicher Körpergröße und der Fähigkeit tief zu sprechen, habe ich vor allem eines:
ein sehr schönes Weihnachtsmannkostüm!
Mit langem Mantel, Cape und Kordel, großer roter Weihnachtsmannmütze und weissem Rauschebart, der bis unter die Nase geht und nur die Augen und die Lippen dem neugierigen Kinderblick preisgibt.

Ich bin kein Verkleidungskünstler, aber im Weihnachtsmannkostüm bin ich wirklich nicht mehr zu erkennen. Statt Rentierschlitten habe ich meinen alten Benz mit großem Kofferraum. Stehe ich an der Ampel lachen die Leute in den Autos neben mir und alle, die mich sehen sind fröhlich und winken. Die Bushaltestelle passiere ich zum Glück der Wartenden mit heruntergedrehtem Fenster, fröhliche Weihnachten und hohoho rufend.

Ich finde die Geschenke, die gut versteckt auf den Weihnachtsmann warten, hinter Garagen, in Kellereingängen oder in unverschlossenen Autos.
Dann bewege ich mich durch den Garten - halb schleichend, halb laufend - bis die Kinder mich aus dem festlich geschmückten Wohnzimmer begeistert erblicken,

Da mich auch die versammelten Großeltern und anderen Familienangehörigen nicht kennen, können Sie mich auch nicht erkennen, was dem Weihnachtsmann ein gehöriges Maß an Anonymität verleiht. Und aus dieser heraus kann man auch schon mal den einen oder anderen Opa ein wenig auf die Schippe nehmen.

Charlotte (fast 5) und Marie (3) machen große Augen. Es gibt ihn wirklich, hier steht er, der leibhaftige Beweis. Und er kennt sich ziemlich gut aus, kann singen und sogar Gedichte rezitieren.

Und vor allem hat er tolle Geschenke dabei, die bunt und hübsch eingepackt sind und an denen sich der Weihnachtsmann fast einen Bruch gehoben hätte, so schwer und zahlreich waren sie.

Nach 20 Minuten lasse ich glücklich winkende Eltern, Großeltern und Kinder zurück, springe in mein Auto, wiederhole meinen erfolgreichen Auftritt von eben an der Bushaltestelle und schleiche mich ins eigene Heim, um ja nicht meine Kinder anzutreffen.

Dem Braten geht es gut, der Baum steht und alles läuft auf einen schönen Abend hinaus. Und sogar der Weihnachtsmann hat sich angesagt.

Aber das macht jetzt einer von den Onkels...


Kommentare

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  1. Santa Baby ….

    Susanne        9 January 2008, 11:19




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