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Mein Ostdeutschland

Reise durch Mecklenburg / Tag 9 - Binz und Abschied

Von David [118 Beiträge]   |   09.10.2007 um 13:14:22

Blauer Himmel über Rügen, nur über dem Festland ziehen gigantische Wolken auf.
Ich mache noch einen kleinen guten Morgen – Lauf, Jasmunder Bodden, Alleen und dann ein ganzer Acker voller Graugänse. Erst gehen 50 hoch, dann nochmal 100, dann immer mehr bis der Himmel über Bruno (mein Hund und Laufpartner Nr. 1) und mir ganz in grau gehalten ist. Ein Spektakel erster Güte.

Wir verlassen Tribbevitz und – ganz Hamburger Wetterprofis – machen uns ohne Umwege auf den Weg an den Strand solange die Sonne noch scheint.

Auf der Suche nach einem schönen Strandzugang müssen wir auch in Prora Station machen, dem ehemaligen KdF-Seebad der Zwanzigtausend, das durch den Beginn des 2. Weltkriegs zum Glück nicht mehr fertiggestellt werden konnte. Für schlappe 4,5 km Plattenbau am Strand hat es aber dennoch gereicht und ist damit das längste Gebäude Europas! Heute natürlich unbewohnt.

Binz ist dann doch viel attraktiver als wir bei unserem ersten Kurzbesuch vor ein paar Tagen dachten. Wir halten uns rechts am Strand, müssen ja zum Hundeabschnitt und mieten uns für weniger als 10,00 Euro Strandkorb 51. Die Straße, die in diese Richtung führt, ist eine Sackgasse mit überwiegend schöner Bäderarchitektur. Erstaunlicherweise haben alte Häuser hier keine Balkone. Früher war das offensichtlich nicht so hip wie heute.

Unser Hund spielt stundenlang im Salzwasser, wir bauen Dämme, Löcher und Burgen bis zur völligen Erschöpfung des Vaters, das bin ich.

Und dann liegen wir im Strandkorb, hören das Meer ein wenig rauschen, der Wind erreicht uns nicht und die späte Sommersonne brät uns auf die Haut. Endlich mal wieder Wärme spüren. Der Gedanke, dass es hier den ganzen Sommer so sein könnte, überfällt mich. Und dann, m.E. nur dann, ist es auch herrlich mit Kindern. Aber solange der Strand der einzige Star ist, muss das Wetter mitspielen.

Ein schöner Abschluß. Als wir Rügen verlassen, noch über die alte Brücke über den Sund, eine riesige neue wird wohl bald fertiggestellt, fällt der Blick auf die Kulisse von Stralsund. Auch Weltkulturerbe. Zu Recht wie ich finde. Hat fast was von San Francisco, die Ostsee ist zwar nicht der Pazifik, aber es ist sonnig und das Freizeitangebot ist enorm, segeln vor der Haustür zum Beispiel.

Aus dem Auto rufen wir in Schlemmin an. Und ja, auf dem alten Schloss Schlemmin ist für uns mindestens ein Zimmer frei. Durch dunkle Wälder, nahezu autofrei, fahren wir durch Vorpommern. Was wir so herrlich finden, hört sich in den Nachrichten nach Landflucht, Perspektivlosigkeit und mangelnder Infrastruktur an.

Die Eindrücke und Erlebnisse vom Schloss Schlemmin können Sie bald hier lesen, an Tag 10 unserer Reise durch Mecklenburg.

Herzlichst, DP


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